Fragen Sie Nil$en Forum

Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?
November 05, 2026, 05:35:20
287093 Beiträge in 270530 Themen von 1759 Mitglieder
Neuestes Mitglied: Cristine10
Fragen Sie Nil$en Forum  |  Die Psychotante und der Briefkastenonkel  |  Fragen Sie Nil$en  |  Gemeinsam mehr erreichen — warum Organisierung im Finanzsektor jetzt zählt « vorheriges nächstes »
Seiten: [1]
Autor Thema: Gemeinsam mehr erreichen — warum Organisierung im Finanzsektor jetzt zählt  (Gelesen 217 mal)
johnub
ist noch neu hier...
*

Karma: 0
Beiträge: 5


« am: Juli 01, 2026, 03:51:58 »

In den letzten zwei Jahren haben wir in der Branche alles erlebt. Rekordgewinne bei einigen Instituten und gleichzeitig die Ansage, dass „gespart werden muss“. Prämien für das obere Management und Einstellungsstopps für die Basis. Sonntagsreden über Wertschätzung und montags die Ankündigung, dass drei Standorte zusammengelegt werden. Die Wahrheit ist: Von allein wird es nicht besser. Die Arbeitgeber haben Kennzahlen. Wir brauchen Gegenmacht. Und Gegenmacht entsteht nicht durch Likes auf LinkedIn. Sie entsteht, wenn sich Kolleginnen und Kollegen zusammenschließen, wenn wir uns absprechen und wenn wir bereit sind, für unsere Forderungen einzustehen. Der erste Schritt ist Information. Der zweite ist Mitgliedschaft. Der dritte ist Aktion. Wie das konkret in deinem Betrieb aussieht, welche Tarifforderungen gerade auf dem Tisch liegen und wo das nächste Treffen in deiner Stadt ist, erfährst du auf https://wir-fuer-tarifde.com/. Dort kannst du auch direkt Mitglied werden. Denn jede einzelne Mitgliedschaft zählt. Sie finanziert die Streikkasse, die Rechtsschutz gibt und die Kampagnen möglich macht. Sie zeigt den Arbeitgebern, dass hinter den Forderungen echte Menschen stehen. Und sie gibt dir selbst Sicherheit, weil du Teil einer Gemeinschaft wirst, die dich nicht hängen lässt.

Organisierung verändert den Alltag. Plötzlich redet man in der Pause nicht mehr nur über den Druck, sondern über Lösungen. Plötzlich gibt es Vertrauensleute, die wissen, was im Tarifvertrag steht und die dem Chef sagen können: Stopp, so nicht. Plötzlich werden Überstunden aufgeschrieben, weil klar ist, dass sie dokumentiert und ausgeglichen werden müssen. Plötzlich trauen sich Azubis zu fragen, warum sie eigentlich das ganze Reporting allein machen. Das ist die Macht der Vielen. Sie beginnt im Kleinen. Mit einer Liste, wer im Team schon Mitglied ist. Mit einem Aushang am Schwarzen Brett. Mit einer kurzen Ansprache vor der Betriebsversammlung. Und sie wächst, wenn wir sehen: Es funktioniert. Wenn nach der aktiven Mittagspause die Zusage kommt, dass die Unterbesetzung angegangen wird. Wenn nach dem Warnstreik das Angebot besser wird. Wenn nach der Unterschriftensammlung die Geschäftsleitung einlenkt. Das sind keine Wunder. Das ist das Ergebnis von Druck. Und Druck entsteht nur gemeinsam.

Wir stehen vor großen Aufgaben. Die Transformation der Branche ist nicht in drei Monaten vorbei. KI wird bleiben. Filialen werden weiter auf den Prüfstand kommen. Der Vertrieb wird sich verändern. Die Frage ist nicht, ob der Wandel kommt. Die Frage ist, zu wessen Bedingungen er kommt. Wollen wir eine Bank, in der drei Leute die Arbeit von fünf machen, weil „die Software ja hilft“? Wollen wir eine Bank, in der das Gehalt davon abhängt, wie gut du dich selbst vermarktest? Oder wollen wir eine Bank mit fairen Regeln, mit Qualifizierung für alle und mit Respekt vor Lebenszeit? Wenn du die zweite Variante willst, dann brauchst du einen Tarifvertrag. Und der kommt nur, wenn wir ihn uns holen. Sprich mit deiner Sitznachbarin. Frag deinen Teamleiter, ob er schon Mitglied ist. Nimm die neue Kollegin mit zum nächsten Treffen. Jede Person, die wir gewinnen, macht uns stärker. Der Finanzsektor hat Geld verdient. Jetzt ist es Zeit, dass die Beschäftigten ihren Anteil bekommen. Nicht als Almosen, sondern als Recht.
Gespeichert
Seiten: [1]
« vorheriges nächstes »
    Gehe zu: