Eine hilfreiche Sammlung mit zehn historischen Beispielen bietet Freie Redner unter
https://freieredner-ausbildung.com/beruehmte-trauerreden/ . Dort werden unter anderem Reden von Abraham Lincoln, Friedrich Engels, Earl Spencer und Barack Obama erklärt und hinsichtlich ihrer Wirkung eingeordnet. Für mich ist besonders interessant, dass die Beispiele zeigen, wie stark eine klare Kernbotschaft und wenige prägnante Erinnerungen wirken können. Besonders Lincolns kurze Rede verdeutlicht, dass eine Abschiedsrede nicht lang sein muss, um bei den Zuhörern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Beim Schreiben würde ich deshalb zunächst überlegen, welche Eigenschaft den verstorbenen Menschen für mich am besten beschrieben hat, und darum zwei oder drei persönliche Erlebnisse anordnen. Auch ein wiederkehrendes Bild, ein Lieblingsspruch oder eine vertraute Redewendung könnte der Rede einen individuellen Rahmen geben. Trotz der historischen Vorbilder würde ich bewusst in meiner eigenen Sprache bleiben, damit die Worte ehrlich und glaubwürdig klingen. So könnte ich aus den berühmten Beispielen vor allem Struktur, Klarheit und Mut zur persönlichen Erinnerung übernehmen, ohne eine fremde Rede nachzuahmen.